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China 2007 - Beijing, Urumqui und Kashgar 2007

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Beijing

Von Stuttgart machte ich mich über Frankfurt, Peking und Urumqui auf den langen Weg nach Kashgar, eine Stadt im äußersten Westen Chinas die lange Zeit als die am schwersten zu erreichende Stadt der Welt galt. 2007 war Kashgar in Google Maps oder Google Earth noch nicht zu finden. Lediglich nach langem Studium der Satellitenbilder konnte ich grob erahnen wo die Stadt an der Seidenstraße tatsächlich lag. Um so gespannter war ich als ich mich ins Flugzeug setzte ohne zu wissen wo genau mich diese Reise hinführen würde. Über das Internet hatte ich zuvor ein Hotel irgendwo in Beijing und Urumqui gebucht. In Kashgar hoffte ich dann wieder bekannte Gesichter von RacingThePlanet zu sehen, die ich schon aus der Sahara 2006 kannte. Der Flug nach Beijing verlief problemlos. Mitten in der Nacht waren während dem Flug am Horizont bizarre Wolken zu sehen. In Beijing angekommen nahm ich zunächst ein Taxi ins Hotel wo ich müde vom Flug erst einmal eine Stunde schlief bevor ich mich auf den Weg zur verbotenen Stadt machte. Auf dem Weg dorthin musste ich etliche “Studenten” abwimmeln die mir alle ihre tollen Studienarbeiten anpriesen mit denen Sie unbedingt eine Exkursion nach Europa finanzieren wollten. Es stellte sich heraus dass es nichts anderes als eine geschickte Masche war um mich in eine “Kunsthandlung” zu lotsen und mir mein Geld aus der Tasche zu ziehen. Man lernt nie aus. Endlich an der verbotenen Stadt angekommen war ich beeindruckt von der Größe der Bauten. Der dicke, in der Luft hängende Smog war mir schon auf dem Weg vom Flughafen ins Hotel aufgefallen und wurde während meines Aufenthaltes auch nicht mehr besser.

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Die verbotene Stadt betrat ich durch das Mittagstor auf der Seite des geschichtsträchtigen Tian’anmen-Platzes den ich mir später noch genauer ansehen wollte. Nach dem Tor der Höchsten Harmonie war ich im Haupthof zunächst angezogen von den geschwungenen und kunstvoll verzierten Dächern des Kaiserpalastes. Im Labyrinth zahlloser Gebäude hatte ich zunächst Schwierigkeiten den besten Weg zu finden denn ich wollte hier nichts verpassen. Der durch den Smog verursachte saure Regen scheint an den Gebäuden seine Spuren zu hinterlassen und so waren einige der Gebäude wegen Renovierungsarbeiten nicht zu besichtigen. Besonders interessant fand ich die aufwändigen Dachkonstruktionen aus Bambus und den darauf tronenden Keramikfiguren.

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Die Handfertigkeiten der Chinesen waren an vielen Einzelheiten wie metallenen Türbeschlägen, Keramikornamenten, und Dachziegeln zu bestaunen. Die Gleichmäßigkeit der Dächer und Treppen war beeindruckend. Die Baumeister dieser Baustelle müssen einst ihr Handwerk verstanden haben. Mein Weg führte mich weiter Nordwärts vorbei an der Halle der höchsten Harmoniebewahrung zum Tor der Himmlisch-männlichen Klarheit.

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Immer wieder zogen mich die Bambusdächer und Schnitzereien an. Heute würden wir trotz high-tech wohl kaum regelmäßigere Strukturen hinbekommen. Nach den weiteren Palästen, Toren und Hallen verbrachte ich noch einige Zeit im Schatten der Bäume des Palastgartens bevor ich mich durch das Nordtor auf den Weg zum angrenzenden Jungshan-Park machte.

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Vom höchsten Aussichtspunkt der Stadt, dem Kohlehügel hat man eine schöne Aussicht über die verbotene Stadt und den Beihai-Park im Westen. Der Kohlehügel wurde einst während den Bauarbeiten für den Wassergraben der verbotenen Stadt aufgeschüttet. Die weiße Dagoba auf der Insel Qiongdao im Beihai-Park war wie der Rest der Stadt im Dunst der Stadt gefangen.

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Auf dem Gipfel thronen einige Pavillons die unter anderem eine große dicke goldene Statue beherbergen. Wie in vielen Städten suchen zahlreiche Leute in Oasen wie dieser etwas Ruhe vor dem Lärm, Dunst und Smog der Großstadt. Vom Kohlehügel führte mich mein Weg zunächst weiter nordwärts in einen großen angrenzenden Park, in dem sich am Nachmittag alt und jung fit halten. Eine Gruppe älterer Leute spielte geschickt mit einem sandgefüllten Lederball während ein Mann unweit davon betete oder machte Qigong. Überall wurde fleißig gegärtnert und gegossen. Der Wasserdurst von Peking scheint auch hier groß zu sein.

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Im Beihai-Park, dem beliebtesten Park der Stadt bestieg ich den Hügel auf der Jadeinsel Qiongdao. Rings um den Hügel sind zahlreiche kunstvoll geschmückte Gebäude und Dächer zu bestaunen.

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Zurück am Tian’anmen-Platz, dem Platz am Himmelsfriedenstor (laut Baedeker ist dieser Name richtig und nicht Platz des himmlischen Friedens) war der Nachmittag schon fortgeschritten und die Sonne stand im Smog hinter der chinesischen Flagge am Himmel. Die an den Platz angrenzende Volkskongresshalle, das Nationalmuseum und das Mao-Mausoleum wirken auf Grund der Größe des Platzes klein. An die Studentenunruhen erinnert an dieser Stelle nichts. Nur zahlreiche Händler preisen ihre waren an und werden “grantig” wenn man sich nicht für ihren “Krims-Krams” interessiert.

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Um an diesem Tag noch mehr zu sehen machte ich mich auf den Weg zum Himmelsaltar im Süden. Hierzu musste ich jedoch durch einen wenig schönen Teil der Stadt wo mir der Kontrast der historischen Bauten im inneren der verbotenen Stadt zu den Gebäuden der angrenzenden Stadtteile besonders deutlich wurde. Vom Hunger getrieben fand ich irgendwann einen KFC. In die lokalen Restaurants traute ich mich noch nicht. Am Himmelsaltar angekommen war dieser leider schon geschlossen, doch im umliegenden Park lauschte ich noch eine Zeit lang unterschiedlichen Gesängen und Musikern die bis in die Dunkelheit für Unterhaltung sorgten. Am nächsten Morgen machte ich mich wieder auf den Weg zum Flughafen von wo aus ich weiter nach Urumqui im Nordwesten Chinas flog.

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Urumqui

Im Landeanflug auf Urumqui waren zahlreiche qualmende Industrieschlote und Produktionsgebäude zu sehen doch gleichzeitig warben am Flughafen Plakate dafür China zum Marktführer im Bereich der Windkraft zu machen. Das Land konfrontierte mich bis jetzt schon mit Kontrasten wie sie größer nicht sein könnten. In Urumqui angekommen machte ich mich im Taxi gleich wieder auf den Weg zum Hotel das ich zuvor über das Internet gebucht hatte. Irgendwie konnte ich mich dem Taxifahrer verständlich machen obwohl hier inzwischen niemand mehr Deutsch, Englisch oder sonst eine andere Sprache als die Eigene verstand. Nachdem ich eingecheckt hatte machte ich mich wieder zu Fuß auf den Weg zur “Stadtmitte”. Auf einem Markt wurden frisch geschlachtete Lämmer, Schafe oder Ziegen, Obst und Gemüse verkauft. Das Stadtbild und die Leute waren völlig anders als in Peking. Ein Großteil der Bevölkerung in Urumqui sind Muslime.

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In einer Markthalle wurden Trockenfrüchte, Gewürze, Messer und Wasserpfeifen angeboten. Ich kaufte mir eine Tüte getrocknete Nüsse und vermutlich Cranberries. Hier versuchte ich auch zum ersten Mal frisch gepressten Granatapfelsaft der unheimlich intensiv und lecker schmeckte. 

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Bei den Leuten und Gebäuden im Stadtzentrum Urumquis wäre ich vermutlich nicht auf die Idee gekommen in China zu sein. Kaum etwas erinnert hier an Peking, nur vielleicht die getrockneten Schlangen und Gewürze die am Straßenrand verkauft wurden... Ein alter Mann aß am Straßenrand genüsslich eine Grapefruit.

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Auf dem Rückweg ins Hotel fiel mir auf dass die Schilder in Urumqui in drei Sprachen geschrieben sind. Leider konnte ich davon keine Einzige lesen, denn der Text war in chinesischen, kyrillischen und arabischen Schriftzeichen geschrieben. Zurück im Hotel war ich froh mich nicht verlaufen zu haben. Die Sicht über Urumqui aus meinem Zimmer war nicht besonders fiel versprechend und  so freute ich mich auf die Weiterreise nach Kashgar am nächsten Tag... In ganz Urumqui hatte ich keine europäischen oder “westlichen” Gesichter gesehen. Im Fernsehen kamen ausschließlich chinesische Fernsehsender und wegen des Jetlag fürchtete ich eine lange langweilige Nacht vor mir zu haben. Das Abendessen im Restaurant des Hotels fiel nicht nach meinem Geschmack aus. Nachdem das Personal verstanden hatte dass ich nichts verstand bekam ich eine Bilder-Speisekarte von der ich eine Speise aussuchte aus der mich nicht schon auf dem Bild Beine, Augen oder Köpfe anschauten. Auf meinem Teller fand ich dann Schweinefettschwarte mit ein paar Fetzen Fleisch, Reis und etwas Gemüse. Hungrig ging ich also wieder in mein Zimmer. Nachdem ich nicht schlafen konnte studierte ich eine Mappe mit Informationen über das Hotel wo unter anderem etwas über eine 24-Stunden-Spa stand. Also versuchte ich mein Glück per Telefon an der Rezeption um herauszufinden ob es dort evtl. auch einen Pool gab. Leider verstand mich auch dort niemand, doch in seiner Geschäftstüchtigkeit schickte mir der Hotelbedienstete sicherheitshalber einfach eine leicht gekleidete Dame aufs Zimmer die mir wild fuchtelnd versuchte klar zu machen was sie von mir wollte. Mit einem Fingerzeig auf meinen Ehering machte ich ihr klar, dass ich nicht interessiert war. Am nächsten Morgen streifte ich noch mal durch Urumqui wo mir ein chinesischer Holzbus auffiel.

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In einem Park schaute ich wieder einigen Chinesen beim Frühsport zu. In einem Pavillon musizierte und sang eine Gruppe älterer Leute. Am Straßenrand spielte eine Gruppe alter Männer Schach oder etwas ähnliches. Während einer Pause studierte ich meine Reiseunterlagen und musste mit Schrecken feststellen, dass ich auf den falschen Flug nach Kashgar gebucht war und zwar einen Tag später! Das ging gar nicht und so machte ich mich auf den Weg zum Hotel um zu versuchen den Flug umzubuchen. Im Hotel konnte mir jedoch niemand helfen, so dass ich mit dem Taxi zum Büro von China Southern Airlines fuhr wo, Überraschung, zunächst niemand Englisch konnte. Schließlich fand sich doch noch jemand und so schaffte ich es einen Flug noch am gleichen Abend zu buchen. Erleichtert machte ich mich auf den Weg zum Flughafen wo ich nach dem Check-in in einem Restaurant auch endlich wieder ein bekanntes Gesicht sah. Kate Cremin aus England die ich schon in der Sahara 2006 kannte, saß zusammen mit noch ein paar Volunteers bei Tee und Pizza wartend in der Check-in-Halle des Flughafens. Es war schön sich endlich wieder normal verständigen zu können.

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Kashgar

Das Rollfeld und das Terminal am Flughafen Kashgar war sehr überschaubar. Nach ein paar Minuten hatten wir alle unser Gepäck und fuhren mit Bussen zum brandneuen Hotel im Zentrum Kashgars. Nachdem ich eingecheckt hatte fuhr ich noch mit Pierre, mit dem ich in der Sahara die Strecke markiert hatte zu Sadik’s Bar, wo ich Emma und Dave aus England kennenlernte mit denen ich während dem Gobi-March noch viel Spaß haben sollte. Am nächsten Morgen war noch etwas Zeit die Statue von Chaiman Mao unweit des Hotels zu bestaunen.

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Aus dem Hotelzimmer hatte ich einen tollen Blick über Kashgar und das angrenzende Gebirge am Horizont. Am Abend bevor ich mit Pierre und Dave losfuhr um die Strecke zu markieren gingen wir mit den anderen Volunteers noch zum Essen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Platz vorbei auf dem eine öffentliche Tanzveranstaltung stattfand. Wie Zoobesucher standen wir staunend da und verfolgten wie die hier lebenden Uiguren Tango tanzten.

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Der Urlaub hatte mit diesen drei unterschiedlichen Städten am anderen Ende der Welt spannend begonnen. Die folgende Woche im Karakorum-Gebirge in der Nähe zu Pakistan sollte nicht weniger spannend werden. Unten der link zum weiteren Bericht.

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