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Chile 2008 - Santiago de Chile und Maipo-Tal

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Santiago de Chile

Vor der Atacama Crossing 2008, einem 250km-Lauf durch die trockenste Wüste der Erde bei dem ich die Strecke markierte, habe ich auf dem Weg in die Atacama-Wüste im Norden Chiles in Santiago de Chile Halt gemacht um mir die Hauptstadt des längsten Landes der Welt anzusehen. Am Flughafen in Stuttgart buchte ich online noch ein Zimmer im Patio Suizo, ein Hostel in der Innenstadt Santiagos das von zwei Schweizern betrieben wird. Beim Landeanflug hatte man schon eine tolle Sicht auf die Andenkette. Nachdem ich gelandet war und die obligatorische Gepäckkontrolle hinter mich gebracht hatte nahm ich einen Transferbus in die Innenstadt. Bei der Gepäckkontrolle musste ich leider meine luftgetrocknete italienische Salami opfern um meine restliche Verpflegung für die kommenden 3 Wochen zu sichern. Der erste Eindruck der Stadt war interessant. Es war angenehm warm und sonnig was für mich im April ungewohnt war. Im Patio Suizo legte ich mich erst einmal aufs Ohr um das Jetlack etwas zu verdauen. Am Nachmittag machte ich mich dann zu Fuß auf um Santiago zu erkunden.

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Zunächst führte mich mein Weg Richtung Stadtmitte vorbei am Plaza Baquedano. Vom Cerro Santa Lucia hatte man einen schönen Ausblick über die Stadt. Der Kontrast von alter und neuer Architektur war besonders auffallend. Auf der Hügelfestung  machte ich meine erste Bekanntschaft mit den in Chile wild lebenden Hunden, los Perros.

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Vor der Moneda, der geschichtsträchtigen chilenischen Münzprägeanstalt und späteren Sitz des Präsidenten wehte die chilenische Flagge vor strahlend blauem Himmel. In den Straßen um die Moneda herrschte ein reges und lautes Treiben aus Geschäftsleuten, Touristen, Straßenhändlern und einkaufenden Hausfrauen und Jugendlichen. Unweit spiegelte sich das Äußere der Kathedrale  an der Plaza de Armas in den Fenstern eines angrenzenden Bürogebäudes, während im Inneren Touristen und Gläubige die Ruhe des mächtigen Gebäudes suchten. Mitten unter der Woche waren am Nachmittag zahlreiche Christen zum Gebet und zur Beichte in der Kirche zu sehen, was für Europa heute ein eher ungewöhnliches Bild ist.

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Ein für mich ebenso ungewöhnliches Bild waren die im Schatten einiger Pavillons engagiert Schach spielenden Rentner. Um dem Lärm der Stadt zu entkommen flüchtete ich mich gegen Abend schließlich zu Fuß auf den Cerro San Cristobal. Der Aufstieg durch den Park war heiß und steil. Belohnt wurde ich jedoch mit einem wunderschönen Ausblick über die gesamte Stadt im Abendlicht.

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Ein weiterer Perro begleitete mich dabei ein Stück meines Weges. Auf dem Gipfel erstrahlte die Virgen de la Immaculada Concepcion, eine 14 Meter hohe und 36 Tonnen schwere Madonna in den letzten Sonnenstrahlen. Im Dunst am Horizont waren die Anden zu sehen. Nachdem die Sonne untergegangen war stieg ich wieder ab um im Stadtteil Bellavista gemütlich den Abend ausklingen zu lassen. Für den nächsten Tag hatte ich mir vorgenommen etwas das Umland von Santiago zu erkunden.

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Für meine letzte Nacht in Santiago musste ich zunächst noch einmal in ein anderes Hostal umziehen und so startete ich gegen 11 mit der U-Bahn und dem Metro-Bus in Richtung Maipo-Tal das mir Armin aus dem Patio Suizo als besonders sehenswert empfohlen hatte.

Maipo-Tal

Während der Fahrt mit der U-Bahn achtete ich ständig auf Taschendiebe, vor denen mich alle die ich bisher getroffen hatte gewarnt hatten. Sogar ein kleines Mädchen das wohl meine Suunto toll fand sah für mich verdächtig aus. Am Ende des Urlaubs hatte ich trotzdem noch alles was ich mitgebracht hatte. Die Fahrt mit dem Metro-Bus nach San Jose del Maipo war wieder abenteuerlich, denn der Bus war in keinem guten Zustand und ich hatte das Gefühl dass er alle 500m hielt.  Die Fahrweise und der Zustand der Straßen waren außerdem alles andere als Vertrauen erweckend. Nach einer halben Stunde stieg eine Horde schwer bepackter Hausfrauen und deren Kinder zu die sich neben mich auf die letzte Sitzbank drückten. Mit großen Augen schauten sie mich an, so als ob ich von einem anderen Stern wäre. Als die Damen feststellten dass ich kein Wort verstand hatten Sie großen Spaß auf mich einzuquasseln und mir zu erklären dass sie am El Rio im Maipotal wohnten... El Rio El Rio ole ole. Wenigstens Sie hatten Spaß und ich endlich meine Ruhe als ich in San Jose del Maipo aus dem Bus ausstieg. Nachdem ich die “Stadt” erkundet hatte wanderte ich ein wenig durch die Gegend um den Mittag in Ruhe am herbstlichen Fluss zu verbringen. 

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Zurück in Santiago ging ich noch mal im schönen und lebhaften Stadteil Bellavista weg bevor ich mich nach einer kurzen Nacht wieder auf den Weg zum Flughafen machte. Beim Start war Santiago hell erleuchtet bevor die Sonne über den Anden aufging. Endlich war ich auf dem Weg nach Calama und San Pedro de Atacama. In Erinnerung blieb mir eine lebhafte Stadt voller Kontraste in der der christliche Glaube viel deutlicher gelebt wird als zu Hause. Die sprachliche Hürde wollte ich für meinen nächsten Besuch ein Stück weit einreißen.

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